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Motorrad Sommerbekleidung: luftig fahren, trotzdem geschützt
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Belüftet statt weniger: Im Sommer geht es nicht darum, weniger zu tragen, sondern das Richtige. Mesh und Belüftungszonen lassen den Fahrtwind durch und schützen trotzdem.
- Die Mesh-Jacke mit CE-Protektoren an Schultern und Ellbogen ist die luftigste Wahl mit echtem Schutz.
- Ein Funktionsshirt darunter zieht den Schweiß von der Haut und hält Dich auf langen Etappen frisch.
- Sommerhandschuhe sind Pflicht, auch bei Hitze. Die Hände kommen bei einem Sturz zuerst auf.
- Protektoren bleiben Pflicht: Die Temperatur ändert nichts am Sturzrisiko.
- Die Passform entscheidet über den Schutz, auch im Damenschnitt.
Mesh, Textil oder Leder: das Sommer-Material im Vergleich
Bei 30 Grad ist die Versuchung groß, im T-Shirt loszufahren. Nur ändert die Hitze nichts an der Physik. Wer bei Tempo stürzt, rutscht über heißen Asphalt, der die Haut in Sekunden aufreibt. Deshalb gilt auch im Hochsommer: Abriebschutz an Armen, Schultern und Rücken, dazu Protektoren an den Aufprallzonen. Der Trick ist nicht, weniger zu tragen, sondern Material zu wählen, das Luft durchlässt. Die Frage ist also nicht Leder gegen Textil gegen Mesh, sondern welche Kombination Dich kühl und sicher hält.
Dazu kommt die Schnittfrage: Eine Sommerjacke sitzt idealerweise etwas enger als eine Tourenjacke, denn nur so bleiben die Protektoren bei einem Sturz an Ort und Stelle. Probiere sie in Fahrposition an, also leicht nach vorn gebeugt mit angewinkelten Armen. Die Ärmel dürfen dabei nicht hochrutschen, und der Ellbogenprotektor muss auf dem Gelenk liegen, nicht daneben.
| Material | Stärke im Sommer | Worauf Du achten solltest |
|---|---|---|
| Mesh / Netzgewebe | maximale Belüftung | Schutz kommt über Protektoren und verstärkte Zonen |
| Textil (z.B. Cordura) | leicht, oft mit Belüftungszonen | auf Belüftungsöffnungen und Protektoren achten |
| Leder, perforiert | hoher Abriebschutz | ohne Perforation im Hochsommer warm |
| Aramid (z.B. Kevlar) | reißfeste Verstärkung | meist in Hosen und Hemden eingearbeitet, nicht als ganze Jacke |
Fazit: Es gibt kein einzelnes Wundermaterial. Kevlar ist ein Markenname für Aramidfasern und steckt meist als Verstärkung in Hosen und Hemden, nicht in einer ganzen Jacke. Den Abriebschutz der gesamten Bekleidung regelt die Norm EN 17092 mit den Klassen A, AA und AAA, je höher die Klasse, desto robuster. Entscheidend bleibt das Gesamtpaket aus Belüftung, Abriebschutz und gut sitzenden Protektoren. Wie Du Dich von Kopf bis Fuß absicherst, liest Du in unserem Ratgeber zur Motorradschutzausrüstung.
Ein Blick auf das Etikett lohnt sich deshalb mehr als jedes Werbeversprechen: Dort stehen Abriebklasse, Protektoren-Norm und Level schwarz auf weiß. Im Zweifel bring die Jacke mit zu uns ins House of Thunder, wir lesen die Kennzeichnung gemeinsam und sagen Dir ehrlich, was sie taugt.
Die Mesh-Jacke: Luftdurchlass mit Protektoren
Eine Mesh-Jacke besteht aus grobmaschigem Netzgewebe, das den Fahrtwind direkt auf den Körper lässt. Du bekommst den Kühleffekt, ohne auf Protektoren an Schultern und Ellbogen zu verzichten. Achte auf herausnehmbare CE-Protektoren nach EN 1621-1 an Schultern und Ellbogen und eine Tasche für einen Rückenprotektor nach EN 1621-2. Level 2 dämpft Stöße deutlich besser als Level 1 und ist heute oft genauso dünn und luftig. Wichtig sind außerdem große Belüftungsflächen, Reflektoren für die Dämmerung und eine enge, aber bewegliche Passform, damit nichts flattert und die Protektoren sitzen.
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Praktisch ist die Kombination aus Mesh-Jacke und separater Regenmembran: An heißen Tagen fährst Du maximal belüftet, und wenn ein Schauer aufzieht, kommt die dünne Membran einfach drüber. So deckt eine Jacke fast die ganze Saison ab. Für die kühle Rückfahrt am Abend hält eine leichte Windweste unter der Mesh-Jacke den Oberkörper warm. Zur Pflege: Mesh-Gewebe sammelt Insekten und Staub, lässt sich aber mit lauwarmem Wasser und einer weichen Bürste leicht reinigen. Protektoren vorher herausnehmen, fertig.
Das Funktionsshirt darunter: trocken statt klamm
Baumwolle saugt sich voll und klebt. Ein Funktionsshirt aus atmungsaktivem Material zieht den Schweiß von der Haut weg und trocknet schnell. Das hält Dich auf langen Etappen frisch und verhindert das Frösteln, wenn der Wind durch die Mesh-Jacke zieht. Im Zusammenspiel mit der belüfteten Jacke entsteht ein Klima, in dem Du Stunden im Sattel sitzen kannst, ohne durchzuschwitzen.
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Beim Material hast Du zwei Richtungen: Synthetik trocknet am schnellsten und ist robust, Merinowolle bleibt auch nach einem langen Tag im Sattel geruchsneutral und kühlt angenehm. Beide funktionieren deutlich besser als Baumwolle. Achte auf flache Nähte, damit unter der Jacke nichts scheuert, und pack für mehrtägige Touren ein zweites Shirt zum Wechseln ein.
Sommerhandschuhe: Grip ohne Hitzestau
Die Hände gehören bei jedem Sturz zu den ersten Kontaktpunkten, deshalb fährt man nie ohne Handschuhe, auch nicht im Sommer. Sommerhandschuhe sind kürzer geschnitten, perforiert oder aus leichtem Leder und liegen luftig an, ohne den Grip am Lenker zu verlieren. Achte auf Verstärkungen an Handballen und Knöcheln. Welcher Handschuh zu Dir passt, erklärt unsere Handschuh-Kaufberatung.
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Auch für Handschuhe gibt es eine eigene Schutznorm: EN 13594 regelt unter anderem Abriebfestigkeit und Knöchelschutz, zertifizierte Modelle erkennst Du am eingenähten Etikett. Zur Passform: Die Finger dürfen vorn nicht anstoßen, gleichzeitig darf der Handschuh am Lenker keine Falten werfen, sonst drückt er auf langen Etappen. Und falls Dich unterwegs ein Schauer erwischt: Nasse Handschuhe bei Raumtemperatur trocknen lassen, nicht auf dem heißen Motor.
Damen und clever fahren bei Hitze
Eine Jacke schützt nur dann zuverlässig, wenn der Schnitt stimmt. Damenbekleidung ist anders geschnitten, damit Protektoren auf der richtigen Höhe sitzen und nichts spannt. Wir führen Sommerbekleidung auch im Damenschnitt, von Jacken über Handschuhe bis zu Shirts. Und ein paar einfache Punkte machen heiße Tage angenehmer: genug trinken, helle Farben tragen, Belüftung offen lassen, Pausen im Schatten einplanen und an den Sonnenschutz für Nacken und Gesicht denken.
Plane an richtig heißen Tagen Deine Fahrzeiten klug: Morgens und am frühen Abend ist die Luft angenehmer, in der Mittagshitze lohnt die längere Pause im Schatten. Erste Anzeichen von Überhitzung wie Kopfschmerzen, nachlassende Konzentration oder ein trockener Mund sind ein klares Signal für Wasser und Rast. Wer regelmäßig bei großer Hitze unterwegs ist, kann über eine Kühlweste nachdenken, die unter der Mesh-Jacke getragen wird. Und wenn die große Tour ansteht: In unserer Packliste für die Sommertour liest Du, was ins Gepäck gehört.
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Häufig gestellte Fragen zur Sommerbekleidung
Was trägt man im Sommer auf dem Motorrad?
Luftige, aber schützende Kleidung: eine belüftete Mesh- oder Sommerjacke mit Protektoren, ein atmungsaktives Funktionsshirt darunter, kurze Sommerhandschuhe mit Grip, eine Hose mit Abriebschutz und feste Stiefel. Wichtig ist Belüftung kombiniert mit Schutz, nicht weniger Ausrüstung.
Dazu gehören feste Schuhe über den Knöchel und an sehr heißen Tagen ein Halstuch, das Du nass machen kannst, der Verdunstungseffekt kühlt spürbar.
Tragen Motorradfahrer im Sommer Jacken?
Ja. Bei einem Sturz schützt die Jacke vor Abrieb und nimmt mit den Protektoren Aufprallenergie auf. Die Hitze ändert nichts am Sturzrisiko. Sommerjacken sind so belüftet, dass der Fahrtwind durch das Material strömt und Du trotzdem nicht überhitzt.
Was ist besser als Kevlar?
Kevlar ist ein Markenname für Aramidfasern und wird meist als Verstärkung in Hosen und Hemden eingesetzt, nicht als ganze Jacke. Es gibt kein einzelnes Wundermaterial. Entscheidend ist die Kombination aus Belüftung, Abriebschutz und gut sitzenden CE-Protektoren an den Aufprallzonen.
Brauche ich im Sommer Protektoren?
Ja. Schultern, Ellbogen und Rücken sind die häufigsten Aufprallzonen bei einem Sturz, unabhängig von der Temperatur. Gute Sommerjacken bringen CE-Protektoren bereits mit, ohne dass Du auf Kühlung verzichtest.
Ist eine Mesh-Jacke sicher genug?
Eine gute Mesh-Jacke kombiniert luftdurchlässiges Netzgewebe mit verstärkten Zonen und CE-Protektoren (EN 1621) an Schultern und Ellbogen. Für Stadt, Landstraße und Touren bei Hitze ist sie eine sehr sinnvolle Wahl. Achte auf herausnehmbare Protektoren, eine Tasche für einen Rückenprotektor und eine enge Passform.
Welche Sommerhandschuhe sind die richtigen?
Sommerhandschuhe sind kürzer geschnitten, perforiert oder aus leichtem Leder und liegen luftig an. Wichtig bleiben Schutz an Handballen und Knöcheln sowie guter Grip am Lenker. Auch im Hochsommer fährt man nie ohne Handschuhe, weil die Hände bei einem Sturz zuerst aufkommen.
Modelle nach EN 13594 bieten geprüften Schutz und sind auch als luftige Sommervariante erhältlich.